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Diskussion:

Mit der DS steht ein relativ neues und mächtiges Kommunikationshilfsmittel zu unserer Verfügung. Die zu vielen Versprechungen der euphorischen Internetjahre haben aber einigen Schaden angerichtet. Die Digitale Signatur  ist kein „Breitbandantibiotikum“[86] gegen Internetschädlinge. 

Die Digitale Signatur  sollte angepasst benützt werden. Leider hat der Staat wenig Mut bewiesen und auf eine eigene PKI verzichtet. Dafür werden die Schweizer einen Pass biometrischen Daten erhalten. Zurzeit sieht es nach einer Lösung mit Gesichterkennung aus. Dieses Erkennungssystem hat jedoch in der Praxis so schlecht abgeschnitten, dass es als Identifikationssystem für die DS unbrauchbar ist. Damit wäre das Thema Biometrie und DS angesprochen. Der Fortschritt der Biometrie in den letzten Jahren ist technisch und marktmässig erstaunlich. Die Ereignisse von September 2001 waren  für die Biometrie ein Katalysator, jedoch mit starker politischer Färbung. Daraus entsteht die Gefahr, dass die Biometrie einen ungerechtfertigten Ruf der Schnüffelei erhält. Dies wäre, nachdem die Daktyloskopie allmählich den kriminalistischen Hintergrund verliert, ein Hindernis für die sinnvolle Integration in die Digitale Signatur. Denn eines scheint die Biometrie wirklich zu können: Eine persönliche Bindung der Digitalen Signatur an den Inhaber erstellen. Wohl sind noch technische und praktische Verbesserungen wünschenswert. Zum Beispiel eine abgestufte Sicherheitsskala, Multifunktionalität der Smart-Card, und Freiheit für den Benutzer. Denn der Benutzer soll entscheiden wie viel Sicherheit er bnötigt und wie viel „Intimität“ er dafür opfern will.

Jede Anwendung benötigt Kunden. Die Digitale Signatur wird zu Beginn kaum ein Massenmarkt werden. Das haben die Erfahrungen in Finnland gezeigt. Hingegen sammeln die Finnen jetzt wertvolle Erfahrungen und kaufen sich nebenbei für wenig Geld ein fortschrittliches Image. Auch der Bedarf der Bürger an eGov ist eher gering. Aber es sind  immer die professionellen Anwendungen, die einer Technologie zum Durchbruch verhalfen. FAX, Internet, Mobile Telefone wurden von geschulten und motivierten Anwendern massenmarktreif gemacht. Auch mit der Digitalen Signatur könnten viele administrative Behördenkontakte vereinfacht werden, Grundbuchauskünfte, Betreibungssauszüge, Grundbucheinträge …. könnten direkter und kostengünstiger erstellt werden, einfacher, schneller, Dann wären auch Kleinbetriebe motiviert sich um diese Technologie zu kümmern und zeit zu investieren. Doch viele dieser Aufgaben sind kantonal und die Kantone zieren sich. Nach Ansicht der Kantons St. Gallen ist „Der Aufbau eines Zertifizierungsdienstes für die digitale Signatur keine kantonale Aufgabe“[87]

„Secruity is a chain“ stimmt nur bedingt. Besser ist es, die Sicherheit als Netzwerk zu betrachten, das auch bei einzelnen Rissen stabil bleibt. Die Biometrie und die Digitale Signatur sind ein wichtiger Teil in diesem Netzwerk.

 

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